Pressemeldungen

Stadtanzeiger der HAZ/NP (15.01.2004)

Leiter kauft Haus für Kinder

Das Jugendhaus Amthor in der Grünewaldstraße in der LIST ist gerettet.

Die gute Nachricht kam kurz vor dem Jahreswechsel: Das Kinder- und Jugendhaus Amthor in der Grünewaldstraße bleibt bestehen. Neuer Eigentümer des Wohnhauses am Rand der Eilenriede ist jetzt der Leiter der stationären Jugendhilfeeinrichtung, Jens-Olaf Amthor. „Damit konnten wir das Kmderhaus in letzter Sekunde vor der endgültigen Schließung bewahren“, sagte der Erzieher gegenüber dem Stadt-Anzeiger. Weil der Mietvertrag für die Immobilie in diesem Frühjahr ausläuft, hatte Amthor in den vergangenen Monaten nach einer neuen Bleibe für sich und seine sechs Schützlinge gesucht — ohne Erfolg. Der „Großfamilie“ Amthor, zu der sechs Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 20 Jahren gehören, drohte damit das Aus. „Für die Kinder und Jugendlichen war diese Ungewissheit eine schlimme Belastung“, weiß Amthor. Immer wieder sei er von den Jungen gefragt worden, ob sie in ein Heim ziehen müssten, wenn die Wohngemeinschaft in der Grünewaldstraße aufgelöst würde. Nun können alle aufatmen: Das geräumige Gebäude in der List bleibt für die zum Teil schwer traumatisierten Kinder ein geschütztes Zuhause. Besonders gefreut haben sich Amthor und das Betreuerteam über den Zuspruch aus der Nachbarschaft. „Das zeigt, dass die Kinder hier im Wohnviertel wirklich integriert sind.“ Au die psychischen Belastungen, die ein Umzug in einen anderen Stadtteil mit sich. gebracht hätte, mag Amthor gar nicht denken: „Ein Neuanfang wäre für diese Kinder auf jeden Fall sehr anstrengend gewesen.“ In den nächsten Monaten müssen alle Familienmitglieder ein wenig improvisieren, denn das doppelgeschossige Wohnhaus wird zur Baustelle. Zunächst sollen die feuchten Kellerräume saniert werden, anschließend will Amthor das Dachgeschoss ausbauen, um mehr Platz für seine Schutzbefohlenen zu schaffen: „Künftig soll jeder ein eigenes Zimmer haben.“ Möglicherweise gibt es dann noch einmal „Familienzuwachs“. „Wir überlegen, ein siebtes Kind aufzunehmen“, bestätigt der Erzieher. Im vergangenen Jahr habe man 22 Anfragen für einen Betreuungsplatz abweisen müssen. An das Kinder- und Jugendhaus in der List werden vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt vor allem misshandelte und missbrauchte Jungen vermittelt. Jens-Olaf Amthor (links) betreut in seinem Haus sechs Kinder und Jugendliche.

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